Im Unterschied zu stärker prosperierenden Städten des ehemaligen Ostdeutschlands verlor Halle (Saale) durch die Wiedervereinigung 1989 an Bedeutung und einstiger Größe. Die Schließung wichtiger Betriebe führte zu unklaren Eigentumsverhältnissen nach der Wende, bedingte hohe Arbeitslosigkeit und resultierte in massiver Abwanderung. Anfang der 2010er-Jahre stand rund die Hälfte der Häuser von Freiimfelde, einem ehemaligen Arbeiter*innenviertel, leer.

Der Film „Die Zukunftsmaler“ untersucht gegenwärtige Lebensumstände in Freiimfelde, die im Spannungsverhältnis von Postindustrialisierung, Gentrifizierung und Partizipation in der Stadtentwicklung stehen. Das Fehlen von Arbeitsplätzen, die Abwesenheit von Nahversorgern, die Präsenz von Verfall und Leerstand stellen die Bewohner:innen vor die Notwendigkeit, permanent über die Zukunft nachzudenken: darüber was passieren könnte, nicht passieren dürfte und was passieren müsste, um wieder in einem lebenswerten Stadtviertel zu leben.

Im Vordergrund des Films steht die Auseinandersetzung mit fünf gegenwärtigen Bewohner:innen von Freiimfelde, die aus verschiedenen Gründen geblieben bzw. sogar neu zugezogen sind – in ein Stadtviertel, das sich radikal leert.

Der Filmemacher Kurt Poeschl arbeitet am Institut für Soziologie an der TU Darmstadt. Er hat einen MA in Visueller Anthropologie von der Universität Göttingen, einen MA in Anthropologie von der Princeton University und einen MA in Germanistik von der Rutgers University. Nach der Filmvorführung gibt es ein Publikumsgespräch mit ihm.

Eintritt Frei!